Zu Beginn einer KI-Initiative liegt es nahe zu fragen, was automatisiert, zusammengefasst, vorhergesagt oder an einen Agenten delegiert werden kann.
Doch eine wichtigere Frage sollte zuerst gestellt werden: Lohnt es sich überhaupt, diesen Prozess zu beschleunigen?
Drei Wege, wie KI einen fehlerhaften Prozess verstärken kann
Die Forschung zeichnet ein klares Bild
BCG kommt aus wirtschaftlicher Perspektive zum gleichen Schluss: Produktivität wird nicht automatisch zu Wert, und „Beschleunigung ohne Vereinfachung“ kann dazu führen, dass ein Unternehmen noch mehr von der falschen Arbeit erledigt.
Ein einfacher Test vor dem KI-Einsatz
Bevor Sie KI in einen Prozess integrieren, fragen Sie:
- Welche Schritte existieren nur, weil das alte System oder eine frühere Richtlinie sie erforderte?
- Welche Freigaben reduzieren tatsächlich Risiken — und welche verschieben lediglich Verantwortung?
- Wo wird Arbeit wiederholt, weil der erste Durchlauf unvollständig oder unzuverlässig ist?
- Welche Entscheidungen könnten bei einer Neugestaltung des Prozesses vollständig entfallen?
- Welches Ergebnis sollte für Kunden oder Mitarbeitende einfacher erreichbar werden?
Wie das in der Praxis aussieht
In mehreren Transformationssituationen lag die größte Chance nicht darin, „die Aufgabe zu automatisieren“. Zunächst musste die End-to-End-Journey verstanden, Schwachstellen identifiziert und der Prozess neu gestaltet werden. Erst danach wurden Automatisierung, Analytik oder KI zu sinnvollen Enablern statt zu teuren Zusatzschichten.
Der Praxis-Deep-Dive enthält eine 7-Schritte-Methode nach dem Prinzip „erst vereinfachen, dann automatisieren“ sowie eine praktische Readiness-Checkliste.
Praxis-Deep-Dive vollständig lesen →Quellen
- BCG — Making AI Produktivität Pay Off — 5. Mai 2026. BCG argumentiert, dass Produktivitätsgewinne nicht automatisch zu niedrigeren Kosten oder besserer Leistung führen; freigesetzte Kapazitäten müssen gezielt umgelenkt und Arbeit neu gestaltet werden.
- Gartner — Warum Sie keinen KI-ROI erzielen — und wie Sie kumulierenden KI-Wert aufbauen — 13. Mai 2026. Öffentliche Zusammenfassung: Der Einsatz von KI in bestehenden Workflows führt häufig zu isolierten Projekten und marginalen Verbesserungen; Kernprozesse und Wertströme müssen grundlegend neu gestaltet werden.
- Deloitte — State of AI in the Enterprise 2026 — 2026. Deloitte berichtet von weit verbreiteten Produktivitätsgewinnen, aber nur 34 % der Unternehmen gestalten ihr Geschäft tatsächlich neu; lediglich 30 % gestalten zentrale Prozesse rund um KI neu.
- PwC — 2026 AI Performance Study — 13. Apr. 2026. PwC berichtet, dass 75 % der wirtschaftlichen KI-Gewinne von 20 % der Unternehmen realisiert werden; führende Unternehmen gestalten Workflows doppelt so häufig rund um KI neu und richten den Fokus stärker auf Wachstum statt nur auf Produktivität.
